SYSTEMISCH-LÖSUNGSORIENTIERTE PÄDAGOGIK

Kinder lernen von Natur aus gerne. Jedes Kind auf seine ganz einzigartige Art und Weise (persönliches inneres System). Manche besonders gut über das Hören, andere über das Sehen und wieder andere über das Tun. Dieses Erkennen und Bejahen von Unterschied- lichkeit könnte uns ermuntern, Lernangebote auf all diesen Kanälen gleichzeitig anzubieten. Kinder haben auch ganz unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten. Achten dies Lebens- und Lernbegleitende, so unterstützen sie Lernerfolge. Dies sind nur zwei kleine und doch so elementar wichtige Aspekte, um gute Lösungen anstelle von Problemen zu erschaffen.

Es sind die guten Erfahrungen, die Kinder und Erwachsene freudvoll weitergehen lassen auf dem lebenslangen Weg des Lernens.

Aus systemischer Sicht kann kein Phänomen isoliert betrachtet werden. So sind beispielsweise in einer Klasse unterrichtende Lehrkräfte sehr oft ganz unterschiedlicher Meinung über Verhalten und Mitarbeit der gleichen SchülerInnen (äußere Systeme in Wechselwirkungen). Innerhalb eines Familiensystems gibt es ebenso ganz unterschiedliche Ansichten über die gleichen Sachverhalte. Ist das ein Problem?

Folgende Grundannahmen sind aus meiner Sicht die Basis für eine lösungsorientierte Kommunikation mit uns selbst (inneres System) und "der Welt" um uns herum (äußere Systeme).

  • Jeder Mensch hat aufgrund seiner persönlichen Lebenserfahrung seine
    eigene Wirklichkeit, die wirkt.

  • Es sind daher nicht grundsätzlich die Ereignisse, die wirken, sondern
    die Bedeutung, die ihnen gegeben wird. »Die Bedeutung der Botschaft bestimmt der Empfänger« (Friedeman Schulz von Thun).
    »Wahrnehmungen werden zu "Wahrgebungen"« (Gunther Schmidt)

  • Es gibt keine objektive Wahrheit. Das Bejahen unterschiedlicher Blickwinkel/Perspektiven ist der Schlüssel für neue Wahl- und Gestaltungsmöglichkeiten.

  • Menschen sind von außen nicht direkt beeinflussbar. Es können aber gute Einladungen gemacht werden, um die Selbstorganisation/Autopoiese (Maturana/Varela) für gute Lösungen anzuregen.

  • Probleme und Lösungen werden in einem Wechselwirkungsprozess gesehen –
    sie sind kontextabhängig.

  • Die Fokussierung auf das Positive, auf erreichbare Ziele und die Zukunft erleichtert eine Veränderung in die gewünschte Richtung.

    • Lösungsorientierte Kommunikation aktiviert Such- und Findeprozesse
      für gewünschte Ziele.
    • Ziele müssen erreichbar sein. Unlösbare Zielvorstellungen lassen die Lösungskompetenzen unwirksam erscheinen. Eine Atmosphäre der Wertschätzung und Achtung ist Grundbedingung.


Systemisch-lösungsorientierte Anregungen

  • Wenn etwas nicht funktioniert, mach was ander(e)s! (de Shazer/Berg)

  • Wenn etwas funktioniert, mach mehr davon! (de Shazer/Berg)

  • Wenn etwas funktioniert, bitte nicht reparieren! (de Shazer/Berg)

  • Eröffne einen anregenden Lernraum mit viel Platz für Kreativität

  • Lebe das vor, was du dir von deinen Kindern wünschst (Modelllernen)

  • Begegne dem Gegenüber in seinem Weltbild